Eine Kooperation des Vereins Globart mit dem Landestheater Niederösterreich
im Rahmen des Transformationsbüros des Landestheaters Niederösterreich
Die Zukunft und das scheinbar Unmögliche frei zu denken – das ist die Kraft der Utopie. Ausgehend von der Überzeugung, „dass menschlicher Fortschritt zunächst in Ideen gesät wird, bevor er in Transformationen aufgeht“, kommt der prominente Schriftsteller und bekennende Utopist Ilija Trojanow in der Gesprächsreihe „Der utopische Raum“ mit „Denker*innen und Aktivist*innen, Fachleuten und begnadeten Laien“ ins Gespräch.
Inspirierende und provokante Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft sind eingeladen, ihre Geschichte zu erzählen und mit dem Publikum über eine wünschenswerte Zukunft nachzudenken. Gemeinsam ist unseren Gästen, dass sie die ökosoziale Transformation voranbringen, indem sie neue und überraschende Handlungsräume aufzeigen.
„Der utopische Raum“ ist eine Kooperation des Vereins Globart mit dem Landestheater Niederösterreich im Rahmen des Transformationsbüros des Landestheaters Niederösterreich
Die Reihe findet ab der Spielzeit 22/23 dreimal jährlich im Landestheater Niederösterreich statt:
03. Dezember 2022, 19.30 Uhr | Ilija Trojanow im Gespräch mit Nina Treu
Nina Treu ist Mitbegründerin des Konzeptwerk Neue Ökonomie, Autorin und Speakerin, und eine treibende Kraft der deutschen Degrowth- und Klimagerechtigkeits-Bewegung. Nina Treu ist überzeugt, „um diese Krisen zu überwinden, müssen wir sie zusammen denken und dürfen sie nicht länger isoliert betrachten. Wir müssen ihre Ursachen bekämpfen. Diese liegen im Wirtschafts- und Herrschaftssystem, das Reichtum für Wenige, aber Ausbeutung und Armut für Viele erzeugt und den Planeten verheizt.”
19. Jänner 2023, 19.30 Uhr | Ilija Trojanow im Gespräch mit Alexander Behr
Der Politikwissenschaftler und Aktivist engagiert sich in unterschiedlichen globalen Klima- und Antirassismus-Bewegungen. Er arbeitet u.a. in einem Netzwerk zur Unterstützung von Landarbeiter*innen in der Gemüseproduktion und gründete das Netzwerk Afrique-Europe-Interact mit, das westafrikanische und europäische Basisbewegungen vereint. Aus unseren globalen Krisen, sagt er, werden wir „nur mit echter, kollektiv gelebter Solidarität – gleichsam als Gegenstück zur imperialen Lebensweise und globalen Apartheid – einen Ausweg finden.”
07. Juni 2023, 19.30 Uhr | Ilija Trojanow im Gespräch mit Robert Menasse
"Mein Anspruch ist: Ich will Europa erzählen können. Die Abgründe, all den Wahnsinn, das Beglückende, das Großartige der Idee, die niederschmetternde Blödheit mancher Repräsentanten" sagt Robert Menasse, der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Essayist, in der Süddeutschen über seinen neuen, zweiten “Europa-Roman”. Unter den Bedingungen teilweise absurder Bürokratien und nationalistischer Rivalitäten reflektiert er in seinen Essays und Romanen mit großer erzählerischer Kraft die historische Bedingtheit des “Friedensprojekts Europa”, und beschreibt eine Realität, deren utopischer Kern stets aufs neue errungen und verteidigt werden muss.
TRANSFORMATIONSBÜRO
Im Zentrum des Transformationsbüros liegen, neben dem Format „Der utopischen Raum“ zwei Inszenierungen: „Ein Volksfeind“, ein Stück, in dem Henrik Ibsen die unterschiedlichen Interessen von kapitalistischer Wachstumslogik und Nachhaltigkeit schon Ende des 19. Jahrhunderts analysiert hat.
„Ein Apartment auf dem Uranus“ von Paul B. Preciado erzählt von einem körperlichen Transformationsprozess und dem gesellschaftlichen Blick darauf. Tim Breyvogel spielt den Monolog, den wir in einer Projektkooperation mit der FH St. Pölten – I\C/MT, Masterstudien-gang Digital Design – Masterklasse Experimentelle Medien in einen digitalen Raum in die Theaterwerkstatt bringen.
Auch unsere Theatervermittlung beschäftigt sich in dieser Spielzeit intensiv mit der Gestaltung der Zukunft. Unter der Leitung der Theatervermittlerin Julia Perschon sind Menschen jeden Alters in unterschiedlichen Formaten eingeladen, spielerisch zu erforschen, ob und in welchen Fällen „Reparatur oder Revolution“, „Wiederherstellen oder ganz neu machen“ ein glückliches Leben und eine bessere Welt ermöglichen.
„Am Beispiel der Kohlrabi“ beschäftigt sich das Bürger*innentheater in dieser Spielzeit mit den globalen Zusammenhängen, denen wir kaum entkommen können, und richtet den Blick auf regionale Verbindungen. Unter der Leitung von Nehle Dick und in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Vereinen St. Pöltens und Niederösterreichs erzählen Bürgerinnen und Bürger von vorhandenen Ressourcen und der Rettung des Planeten.
Unser Lesungsformat „Die beste aller Welten“, mit dem wir seit mehreren Jahren an verschiedenen Orten außerhalb des Theaters unterwegs sind, wird auch in der kommenden Spielzeit wieder Literatur mit Expert*innenwissen verbinden. Zu den Themen „Artenvielfalt“ und „Sind Pilze die Zukunft?“ liest Schauspielerin Bettina Kerl ausgewählte literarische Klassiker und Dramaturgin Julia Engelmayer kommt mit Expert*innen ins Gespräch.
Alle Termine im Rahmen des Transformationsbüros:
Der utopische Raum, Ilija Trojanow im Gespräch mit Nina Treu,
Sa 03. Dezember 2022, 19.30 Uhr, Studio (Zugang über die Theaterwerkstatt)
Der utopische Raum, Ilija Trojanow im Gespräch mit Alexander Behr,
Do 19. Jänner 2023, 19.30 Uhr, Theaterwerkstatt
Ein Volksfeind von Henrik Ibsen, Ab Fr 27.01.23, 19.30 Uhr, Großes Haus
Ein Apartment auf dem Uranus von Paul B. Preciado, Ab Do 02.02.23, 19.30 Uhr, Theaterwerkstatt
Bürger*innentheater, Am Beispiel der Kohlrabi, Ab Fr 12.05.23, 19.30 Uhr
Die beste aller Welten, Fr 05.05.23, 17 Uhr, Sonnenpark
Der utopische Raum, Ilija Trojanow im Gespräch mit Robert Menasse,
Mi 07. Juni 2023, 19.30 Uhr, Theaterwerkstatt
Landestheater Niederösterreich, Rathausplatz 11, 3100 St. Pölten
Kartenvorverkauf: Kartenbüro St. Pölten/ Rathausplatz 19, 3100 St. Pölten, Tel 02742/90 80 80 600, karten@landestheater.net , www.landestheater.net
Aussender: Rupert Klima, Rupert.Klima@landestheater.net