Mit der Finissage im Rahmen der Werkschau Alois Lindenbauer in der jungen Kunst- und Kulturstätte Prevenhuberhaus wird ein überaus attraktives Feld beschritten, in dem sich ein neuer, spannender Aktionsradius an möglichen Synergien eröffnen könnte. Es ist ein spartenübergreifender Austausch mit den Geolog:innen Maria Heinrich und Johannes Weidinger, dem Kunsthistoriker Raimund Locicnik, dem Künstler Alois Lindenbauer und dem Moderator Andreas Kupfer von NATURSCHAUSPIEL.
Ausgehend vom Titel der Ausstellung Nahrung Natur bedeuten diese zwei elementaren Begriffe für Lindenbauer die Beziehung der Menschen zu ihrer Welt in einer hoffnungsvollen Form. Wo allzu oft Kunst und Natur als Gegensätze verstanden werden, sieht Lindenbauer die Verbindung und den unweigerlichen, sich erweiternden Austausch. Er zeigt elementare Prozesse wie Zeit, Wasser, Feuer, Witterung auf und manifestiert damit den unmittelbaren Bezug zur Umgebung. Stein und Nahrung schließen sich nicht aus – sie sind in inniger Verbindung: Mineralien – Boden – Vegetation – Nahrung.
Dieser Zugang und die daraus sich ergebenden Perspektiven sind die Ausgangspunkte für die Expert:innenrunde des Themenabends Die Geologie in Natur, Wissenschaft und Kunst. Hans Weidinger, der Geologe und Leiter des Kammerhofmuseums in Gmunden, baut eine Brücke von der Erdgeschichte Oberösterreichs zur Schönheit der Gesteine und ihrer Verwendung in der Kultur- und Kunstgeschichte. Maria Heinrich beschäftigt sich seit ihrer Tätigkeit in der Geologischen Bundesanstalt (bis 2016) mit der tektonischen Besonderheit der Weyrer Bögen. Sie kennt Lindenbauer seit 1997 und hat mit ihm gemeinsam mehrere Kunstprojekte verwirklicht. Für den Kunsthistoriker Raimund Locicnik gehört die Bildhauerei zu den archaischsten Kulturäußerungen der Menschheit. Der Bildhauer baut nicht auf, sondern er schält und meißelt …. er befreit sein Material von allem Überflüssigen und schafft so (s)eine neue Wirklichkeit.
Alois Lindenbauer, der Nature-Art Künstler und Höhlenforscher entwickelt seit Jahrzehnten Kunstprojekte und Werkreihen, die sich mit den Mitteln der Kunst stetig der Natur annähern. Meist abseits vom Trubel des zeitgeistigen Kunstmarktes. Vielmehr draußen, wo seine Werke sich fragile Freiräume schaffen.
Vor diesem Hintergrund sind Natur-Art-Projekte von Weyer bis Fernost entstanden.
Die Ausstellung ist bis SO 29. Jänner 2023 zu sehen.
Öffnungszeiten SA, SO 11 – 16 Uhr, www.prevenhuberhaus.com
Aussender: Alois Lindenbauer, aloislindenbauer@gmail.com