Die Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten präsentiert von 23. März bis 30. April 2023 Papierarbeiten von Michaela Hofmann-Göttlicher. Zur Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin Paula Marschalek.
Michaela Hofmann-Göttlicher verwendet für ihre Arbeiten „gebrauchtes Papier“: Reststücke von farbigen Kartons, Broschüren, Schnittmuster, Stadtpläne, alte Lochkarten, Buchrücken ... Papier mit Spuren der Vergangenheit, als Gedächtnisträger oder banaler Abfall. Sie legt neue Biographien an und verwandelt Belangloses in Kostbares. Papier ist ihr wichtig. So hebt sie alles auf, was aus Papier ist. Auch Verpackungsmaterial. Mit Schere und Messer teilt sie das Papier in winzige Teile, schafft neue Formen und bringt es durch Faltung und Biegung in die dritte Dimension. Tausende Teilchen benötigt sie dafür. Mit meditativer Geduld, großer Sorgfalt und Präzision reiht sie eins an das andere, färbt es mit Buntstiften oder Ölkreiden und entwickelt Serien, als müsste sie sich in einen anderen Zustand versetzen, um die ideale Form zu finden, um die Unendlichkeit der Möglichkeiten aufzuzeigen. Gerne verwendet sie Spiegelfolien als Resonanzfläche, um zu täuschen, um den Blick zu verführen, um die Grenze zwischen Realität und Schein aufzuheben. Licht und Schatten tragen ihren Teil zur Verwirrung bei. Die geordneten Reihen brechen aus ihrem System aus. Elementare Phänomene wie Farbe, Licht, Bewegung und Räumlichkeit werden in abstrahierter Form dargestellt.
Michaela Hofmann-Göttlicher kommt aus der Textilkunst. Ihre Papierarbeiten erinnern an die Struktur textiler Gewebe. Mit großer Disziplin, Ruhe, Ausdauer und viel künstlerischer Sensibilität entwickelt sie ein eigenes Formenrepertoire, das mit der Bewegung der Betrachter*innen und dem Wechsel von Licht und Schatten an Intensität gewinnt. Teils scheinen sich die Oberflächen in flirrender Unruhe aufzulösen. Teils bewegen sich die Arbeiten in einem ständigen Prozess. In jedem Moment komponieren sie mit den Betrachter*innen ihr Wesen neu. Die Arbeiten entfalten in ihrer seriellen Wiederholung, mit minimalen Änderungen, ein großes Potential meditativer Kraft und Inspiration. (Christiane Krejs anlässlich der Ausstellung „Textur“, Artothek Niederösterreich, 2018)
Michaela Hofmann-Göttlicher hat an der Universität für Angewandte Kunst Wien die Meisterklasse für Tapisserie absolviert, sie lebt und arbeitet in Krems/Niederösterreich. 1993 erhielt sie den Anerkennungspreis für bildende Kunst des Landes Niederösterreich. 2000 übernahm sie die künstlerische Leitung des Kunstvereins Galerie Göttlicher in Stein. http://galerie.goettlicher.at
Vernissage: Mittwoch, 22. März 2023, 18.30 Uhr
Begrüßung: Barbara Pernkopf, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur Einführung: Paula Marschalek, Kunsthistorikerin Eröffnung: Präsident des NÖ Landtages Karl Wilfing in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner Winzer: Weingut Erwin Winkler. Im Anschluss laden wir zu Imbiss und Weinverkostung.
Ort: Ausstellungsbrücke, Regierungsviertel, Landhausplatz 1, Zugang Haus 1a, 3. St., 3109 St. Pölten
Ausstellungsdauer: 23. März bis 30. April 2023
Aussenderin / nähere Informationen: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung/Abteilung Kunst und Kultur, Theresia Pumhösel, Tel 02742/9005-15916 oder ausstellungsbruecke@noel.gv.at