Auf dem Sandberg bei Roseldorf in Niederösterreich befindet sich die größte keltische Freilandsiedlung Österreichs. Besondere Bedeutung erlangt die Siedlung vor allem durch ihre drei ausschließlich für religiöse Zwecke reservierten Kultbezirke mit mindestens sieben zeitgleich genutzten Heiligtümern. Diese machen die Siedlung zum religiösen Zentrum weit über die Region hinaus. Die Heiligtümer zeigen grundlegende Übereinstimmungen, aber auch wesentliche Unterschiede in Details der Bauweise, der Opfer und der Rituale und bestärken so die Vermutung, dass die Heiligtümer unterschiedlichen Göttern geweiht waren. Ihre Entdeckung war nicht nur aufgrund ihrer großen Anzahl und guten Erhaltung einmalig in Europa, sondern mit ihrer Auffindung gelang es erstmalig die Existenz latènezeitlicher quadratischer Kultstätten auch im Bereich des östlichen Mitteleuropas nachzuweisen. Ein Querschnitt der Funde aus Roseldorf ist auch in der aktuellen MAMUZ-Ausstellung KELTEN zu sehen. Das im archäologischen Freigelände des MAMUZ Schloss Asparn/Zaya errichtete Heiligtum nimmt auf die Forschungsarbeiten von Roseldorf Bezug.
Grabungsleiterin Veronika Holzer gibt Einblicke in ihre Forschung und erzählt von den Heiligtümern, die den Siedlungsfund so besonders machen. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung unter anmeldung@mamuz.at wird gebeten.
Dr. Veronika Holzer ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Naturhistorischen Museum in Wien tätig. Neben der Leitung der Ausgrabung und der Erforschung der keltischen Siedlung von Roseldorf betreut sie aktuell die Sammlung der Jüngeren Eisenzeit und die Verwaltung des Medienarchivs des Naturhistorischen Museum Wien.
Aussenderin: Mag. Karin Öfferl, Presse & Marketing MAMUZ WMB Weinviertel Museum Betriebs GmbH, Waldstraße 44 – 46, 2130 Mistelbach, Tel 02572/20 719, www.mamuz.at