Haus der Kunst, Baden, Kaiser Franz Ring 7
Schlaglichter auf Max Reinhardt
Max Reinhardt (1873 Baden – 1943 New York)
Eine Szenische Lesung von und mit Jovita Dermota
Begrüßung: Bürgermeister Dipl.-Ing. Stefan Szirucsek
Moderation: Prof. Mag. August Breininger
Musikalische Umrahmung: Pavel Singer
Dramaturgische Mitarbeit Eva- Maria Schachenhofer
Zum 150. Geburtstag des Theatermagiers aus Baden
Jovita Dermota
Am Max Reinhardt Seminar in Wien als Schauspielerin ausgebildet, lebt und arbeitet in München und Wien.
Engagements an den Münchner Kammerspielen, Schauspielhaus Zürich, Residenztheater München. Arbeit mit Paul Verhoeven, August Everding, Leopold Lindtberg, Jean-Pierre Ponnelle, Otto Schenk, Frederic Mirdita, Hellmuth Matiasek u.a.
Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben, Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
Man hat ihn einen Magier genannt, einen Zauberer.
In der von Umbrüchen bewegten Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in den Nachwehen des großen Sterbens einerseits und dem sich im finstersten Untergrund vorbereitenden Grauen andererseits, gab es eine höchst gefährdete Atempause. In der der Theatermann Max Reinhardt, auf der Suche nach dem Wesenskern des Theaters, ihn zu beschwören versuchte mit unersättlicher Neugier. Mit leidenschaftlicher Hinwendung zum spielenden Menschen, dem Schau-Spieler, erfand Max Reinhardt, besessen, hellsichtig und gierig, das Theater fundamental neu. Seine unstillbare Sehnsucht nach Schönheit, im Sinn absoluter, wahrhaftiger Vollendung, trieb ihn an, riß ihn hin, sich und die Schauspieler und, als die letzte Instanz, das Publikum.
Mit dem Einstieg Amerikas in den Zweiten Weltkrieg wurde Reinhardt, der wie ein Komet aufgestiegen war, in aller Welt, so auch in Amerika von Triumph zu Triumph eilte, dann plötzlich zum Exilanten, in einer schnell und brutal sich verändernden Welt und mit dem auch vor ihm nicht halt machenden Generationenproblem.
Eine Welt, in der er schließlich auch wie ein Komet verglühte.
Ausgehend vom Kampf gegen den unaufhaltsamen Absturz im amerikanischen Exil, ablesbar am Briefwechsel mit seiner Ehefrau Helene Thimig, ist dieses Programm der Versuch, ein Theaterleben mit skizzenhaften Assoziationen zu beleuchten. Briefe, Zitate, Regieanweisungen…eine Suche nach den Facetten der Regieführung, der legendären Arbeitssituation die Reinhardt, als leidenschaftlichem Verführer, den Ruf des Magiers einbrachte:
warten – beobachten – provozieren – locken - verführen – und schließlich „verhaften“, wie er es nannte… Genug ist nicht genug…
Tickets: € 10,- im Ticketservice, Beethovenhaus Baden, Rathausgasse 10, Tel 02252/86 800-630. Abendkasse.
Aussenderin: Maria Peschka, maria.peschka@baden.gv.at