Am 6. Mai feiert das WEIN/4-Festival mit einer außergewöhnlichen Uraufführung in der Pfarrkirche Korneuburg seine Eröffnung. Bis 19. Juli folgen 52 weitere Festivalprojekte, darunter zahlreiche Uraufführungen, Premieren und Ausstellungseröffnungen. An nahezu jedem Tag im Festivalzeitraum laden über 180 Veranstaltungen zu einer kulturellen Entdeckungsreise ins Weinviertel. Mit diesem Programm feiert das Viertelfestival zugleich sein 25-jähriges Bestehen.
Mit „Plötzlich:Mensch“ startet das Viertelfestival mit einer zeitgenössischen Zirkusproduktion in der Pfarrkirche St. Ägyd in Korneuburg. Zur Musik von Gilbert Handler und Manuel Fröschl und lichttechnisch inszeniert von Resa Lut befassen sich Alma Gall, Clara Zeiszl, Lisa Hochrainer und Rosa Dreher in der Dramaturgie von Colleen Rae Holmes tänzerisch und akrobatisch mit dem, was uns menschlich macht. Diese außergewöhnliche Produktion ist dann in den Kirchen von Laa an der Thaya (21.5.), Großrussbach (28.5.) und Mistelbach (11.6.) zu sehen.
Weithin sichtbar und grenzüberschreitend
Bereits am 5. Mai wird am Hasitschka-Siloturm in Raasdorf ein SOLANGE-Gerüstnetz von Katharina Cibulka enthüllt. Nach Arbeiten in Washington, Orléans oder Köln stickt sie nun erstmals in Niederösterreich im traditionellen Kreuzstich in meterhohen Buchstaben einen vorab gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelten Satz auf ein Gerüstnetz, z.B. „Solange Gleichberechtigung eine ewige Baustelle ist, bin ich Feminist:in“.
Das erste Ausstellungsprojekt wird am 8. Mai in Falkenstein im Kunsthaus Hruschka eröffnet. Hier befassen sich der Weinviertler Hausherr Alfred Hruschka und die tschechische Künstlerin Michaela Vrbkova unter dem Titel „MENTAL BORDER“ mit den Grenzen in unseren Köpfen. Mit Natascha Gangl, der Bachmannpreisträgerin 2025 wird im Rahmen der Eröffnung literarisch auch das Erleben der Grenzen zu Ungarn und Slowenien thematisiert.
Jugend macht Festival
Von 15. bis 17. Mai wird das fast 100-jährige Krone Kino Mistelbach mit einem vielfältigen Kulturprogramm erobert, das von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt wurde. So gibt es ein Konzert von Laurenz Nikolaus, ein Public Viewing des ESC und am Sonntag ein Kurzfilmprogramm und der Premiere des ebenfalls im Rahmen des Viertelfestivals produzierten Kurzfilms „Kauf dir ein Eis!“ von Sonja Aufreiter.
Eine Filmpremiere gibt es auch beim ersten von gleich mehreren Schulprojekten im Rahmen des Viertelfestivals. Am 8. Mai wird der von den Schülerinnen und Schülern der ASO Poysdorf produzierte Zeichentrickfilm „Lonie und der Umweltschutz“ erstmals gezeigt. Kinder aus gleich mehreren Schulen sind an der großen Musicalproduktion „RuWi-Musiktheater II“ beteiligt, die am 7. Mai ihre Uraufführung in Wolkersdorf hat, und danach bis 22. Mai auch in Schleinbach und Großengersdorf zu sehen ist.
Bespielung leerer Räume und Plätze
Einen Schwerpunkt des Festivals bilden heuer Leerstandsprojekte. Am 17. Mai findet im leerstehenden Zeughaus von Leitzersdorf die Ausstellung „Leitzersdorf United“ statt, bei der die Vereine des Ortes unter anderem mit kleinen Filmen vorgestellt werden. Bespielt werden auch zahlreiche ungewöhnliche Plätze. Das Theater Westliches Weinviertel (TWW) schickt zu seinem 40-jährigen Jubiläum das „Theaterradl“ on tour. Unter der Regie von Ursula Leitner bringen Johannes Sautner und Henrietta Rauth Jury Soyfers „Weltuntergang“ nach der Premiere am 17. Mai im Hof vom TWW auf Weinviertler öffentlichen Plätzen zur Aufführung.
Weitere Uraufführungen und Programmpunkte im Mai
Am 20. Mai hat mit „Nur mein Bruder“ die erste Tanzproduktion des Viertelfestivals ihre Uraufführung. Die Tänzerin Sonja Marlis Pfennigbauer und ihr Bruder, der Musiker und Behindertenaktivist Ron Pfenningbauer, tanzen, musizieren, streiten und sprechen in Korneuburg über Nähe, Verantwortung, Freude und darüber, wie es ist, wenn Behinderung Teil der Familie ist. Mit der „Klang:Wanderung mit SOIL“ kommt am 23. Mai in Kleinhöflein ein ungewöhnliches Musikprojekt zur Uraufführung. Rund um das Bioweingut von Georg Toifl spielen Flora Geißelbrecht, Anna Koch, Ralph Mothwurf, David Six und Simon Zöchbauer ihre eigens komponierten Stücke, die auf Landschaft und Boden Bezug nehmen, während der Wissenschaftler Thomas Peham die Böden im wahrsten Sinne des Wortes verkostet.
Mit der „Queeren Bibliothek auf Rädern“ zwischen Wolkersdorf und Mistelbach und dem „Literarischen Grenadiermarsch“ in Retz kann man noch zwei höchst unterschiedliche Literaturprojekte beim WEIN/4-Festival im Mai erleben. Mit BAITS, Kochkraft durch KMA und ERECTION treten am 29. Mai bei „Female Voices“ zudem drei starke Frontfrauen im alten Schlachthof in Hollabrunn auf. Ebenfalls am 29. Mai feiert Corula Nosseks Stationentheater „Wasserflüsterer“ an Gewässern rund um Mistelbach seine Uraufführung.
Und auch der Juni startet im Schloss Jedenspeigen mit einem besonderen Projekt. Bei „Techno in the Winery“ erzeugen vier Winzer mit ihren Kellergerätschaften aufregende Beats – und gemeinsam mit den Poetry Slammerinnen Mieze Medusa und Elena Sarto bringen sie den Festivalsong live zur Aufführung.
Ein Festival der Innovationen
Mit einem Programm, das sich jeglicher Schubladisierung verweigert, kann man beim WEIN/4-Festival Neues und Unerwartetes erleben. Viele der Kunst- und Kulturprojekte sind einmalige Erlebnisse – und manche bilden wohl auch 2026 den Beginn eines weiterführenden spannenden kulturellen Angebots in Niederösterreich.
WEITERE INFORMATIONEN
www.viertelfestival.at/videos (Musikvideo zum WEIN/4-Festival mit Techno in the Winery feat. Mieze Medusa und Elena Sarto)
BILD: (c) Elisabeth Jegel
Aussenderin / Presserückfragen: Julia Püringer, Leiterin Marketing & Kommunikation, Kulturvernetzung Niederösterreich GmbH, 3100 St. Pölten, Hypogasse 1, Tel 0676/34 25 346, julia.pueringer@kulturvernetzung.at