Winzer Krems, Sandgrube 13, 3500 Krems an der Donau
Winzer Krems | Konzertabend 1: 22.07.2026, 19 - 23 Uhr
Konzert 1: Ríoghnach Connolly & Honeyfeet Im Anschluss | Konzert 2: Die Strottern & Blech
Ríoghnach Connolly und ihre Band servieren einen „Blend“ aus englischem und irischem Folk mit einem großen Schuss Soul (man denke an Van Morrison!) und einer Prise Jazz. Und die Posaune von Biff Roxby lässt an die Ska-Bands der 1970er und 1980er Jahre denken (The Specials, Madness etc.). Kurz und gut: Es ist eine Mischung, wie sie nur auf den britischen Inseln entstehen kann.
Die Sängerin mit dem für uns unaussprechlich wirkenden Namen (näherungsweise: Ri-än-na) kommt aus der Grafschaft Armagh in Nordirland, wo sie mit Irish Folk aufgewachsen ist. Connolly ist Songwriterin, Aktivistin, Flötistin und Sängerin mit Power-Stimme – wobei sie in anderen Formationen auch verletzlich und zart zu erleben ist, wie im intimen Duo The Breath.
2019 wurde Ríoghnach Connolly vom BBC-Sender Radio 2 als Folksängerin des Jahres ausgezeichnet. Sie und der Rest der Band leben heute in der Musikstadt Manchester, wo sie bei der WOMEX 2024 Furore machten. Honeyfeet hat vier Alben (und zwei EPs) veröffentlicht, besonders eindrücklich ist die Band aber live zu erleben: in Konzerten, bei denen Ríoghnach Connollys Humor das Einzige ist, das trocken bleibt.
Unglaubliche 30 Jahre feiern Die Strottern – und ihr Publikum – mit diesem Konzert und neuem Album. „Endlich wieder eine Liedersammlung zu unserem Jubiläumsjahr“, so Klemens Lendl. Der Sänger und Geiger führt, gemeinsam mit Gitarrist David Müller, die vielleicht feinste Klinge der aktuellen Wienerlied- Szene: der subtilste Witz, die feinste Ironie, die zartesten Liebeslieder finden sich bei den Strottern, wie auch die Kunst, das Abwegigste selbstverständlich zu machen und Selbstverständliches in Frage zu stellen.
Das haben Die Strottern in diesen drei Jahrzehnten auf so viele Arten bewiesen – mit Musik fürs Theater, in Kooperationen mit Franui, Hannes Löschel, Christoph Bochdansky, Matthias Schorn, Matthias Loibner, Willi Resetarits, Lukas Kranzelbinder (am 24.7. bei uns), der Jazzwerkstatt Wien – dass man die Worte ihres Hausdichte
Winzer Krems | Konzertabend 2: 23.07.2026, 19 – 23 Uhr
Konzert 1: Júlia Kozáková Im Anschluss: Konzert 2: Omniversal Earkestra
Dunkel gefärbt und doch klar, mit der Ausdruckstiefe und zugleich federleichten Eleganz einer Jazzsängerin ausgestattet: So klingt die Stimme der in der Slowakei geborenen Júlia Kozáková. Mit 13 sang sie im Kinderchor der bedeutenden tschechischen Roma-Diva Ida Kelarová – eine Schlüsselbegegnung. Musik bereichert uns, das ist Kozákovás schlichtes Credo, und mit dieser Haltung interpretiert sie das reichhaltige Erbe der Roma-Musik.
„Manuša“ bedeutet „Mensch“ oder auch „menschlich“. Das gleichnamige Projekt mit Roma-Musik von Osteuropa bis Belgien begann 2020. Eine erste CD wurde mit Förder- und Newcomer:innen-Preisen ausgezeichnet. 2025 erschien das womöglich noch brillantere Album „Manuša II“, das prompt mit einem Radio_Head Award ausgezeichnet wurde.
Bereits mit Diplomen in Ethnomusikologie an der SOAS-University London (wo sie unter anderem bei der Flamencosängerin Silvia Reina lernte) und Jazzgesang an der Janáček-Akademie in Brünn ausgestattet, ist Kozáková gerade dabei, einen Master of Music in Contemporary Performance am Berklee College in Valencia zu absolvieren.
Ihre Band scheint alles im kleinen Finger zu haben, von rasanten Stücken mit virtuosen Improvisationen über swingenden Sinti-Jazz à la Django Reinhardt bis zu freien, rauen Balladen mit herzzerreißenden Texten.
Was für ein Abenteuer: 2019 reiste das Omniversal Earkestra aus Berlin nach Mali, um den unvergleichlichen, von Jazz und kubanischen Elementen beeinflussten westafrikanischen Sound der 1970er wieder aufleben zu lassen. Dabei handelte es sich aber um kein Nostalgie-Unternehmen, sondern eine zeitgemäße, aufregend frische Hommage. Vor Ort wurden neue Arrangements erarbeitet. Bald waren ein Album und ein Dokumentarfilm fertig.
Winzer Krems | Konzertabend 3: 27.07.2026, 19 - 23 Uhr
Konzert 1: Hilgeum Im Anschluss: Konzert 2: Shake Stew feat. Naïssam Jalal
„K …“ – war da nicht etwas? K-Pop hat von Südkorea aus die Welt erobert. Dagegen war koreanische traditionelle Musik bisher eher Eingeweihten vorbehalten – weniger bekannt als die Musik der Nachbarn Japan oder China, denen sie um nichts nachsteht.
Drei Ausnahme-Musikerinnen sind dabei, das zu ändern. Präzise Virtuosität trifft bei Hilgeum auf spielerische Kreativität. Dazu kommen die faszinierenden Klänge der traditionellen Instrumente, mit einer Rollenverteilung wie bei einer Rockband: Somin Park spielt Soli auf der zweisaitigen Röhrenspießgeige Haegeum, Yerim Kim schlägt ihre Riffs auf der Wölbbrettzither Geomungo wie auf einer E-Gitarre. Yoin Cho zupft mit einer Hand die Gayageum, die andere Hand zieht wie ein Synthesizer den Klang auf- und abwärts, erzeugt Vibratos und Glissandi.
Ihre Auftritte sind besondere Erlebnisse: der volle Klang der Formation mit je zweimal Bass und Schlagzeug; Jazz mit der Intensität von Rockmusik, rau, warm und zärtlich zugleich. Seit zehn Jahren macht die Band Furore: Jazz mit Wurzeln in traditioneller Musik wie jener der Gnawa im nordafrikanischen Maghreb. Die Konzertreisen führten sie quer durch Europa, Nordamerika sowie Afrika.
Memorable Momente verbinden Bandleader Lukas Kranzelbinder und Glatt&Verkehrt: 2018 ein Konzert von Shake Stew mit Tanzperformance der Sons Of Sissy mit Simon Mayer; 2022 spielte Kranzelbinders Trio Interzone mit Danyèl Waro und dessen Band aus La Réunion.
Winzer Krems | Konzertabend 4: 25.07.2026, 19 - 23 Uhr
Konzert 1: Von Dietrich Im Anschluss: Konzert 2: Ëda Diaz
In Österreichs Musiklandschaft ist Anja Obermayer aka Anja Om eine außergewöhnliche, durch keinerlei Genregrenzen festzulegende Stimme. Nachprüfen lässt sich das nicht nur auf dem Debüt-Album von 2022, das fast ausschließlich aus ihren Vocals besteht. Die Liebe zu A-cappella-Klängen hat sie in gleichermaßen virtuosen wie berührenden – und vielfach ausgezeichneten – Projekten dokumentiert.
Für uns schart Anja Om nun vier exquisite Instrumentalist: innen um sich. Gleichzeitig geht sie in ihrem vokalen Schaffen einen Schritt weiter und lässt sich von berühmten Vorgängerinnen und Kolleginnen inspirieren, darunter Songs bzw. Song-Material von Joni Mitchell, Björk, Nina Simone oder Laura Mvula. Doch auch ein Kärntner Lied kann die Basis für eine neue Komposition liefern.
Der Name der Band, Von Dietrich, geht auf den Nachnamen von Anjas Großmutter mütterlicherseits zurück. Die äußerst kreative Frau verfügte über großes künstlerisches Talent, bekam aber nie den Raum, sich frei zu entfalten. So versteht sich Von Dietrich auch als leise Hommage an diese unerfüllte Kreativität. Ein weiterer Gedankensprung kann aber auch zum „Türöffner ohne Schlüssel“ führen.
Von Dietrich: persönliche Geschichten mit experimenteller Offenheit und emotionaler Tiefe.
Schnelle Wechsel zwischen lässigem Club-Feeling und der überschäumenden Stimmung eines traditionellen Dorffestes, zwischen Electronica und akustischer Roots Music: Musikalische Kontraste bzw. deren mühelose und virtuose Vereinigung zeichnen die Songs von Ëda Diaz aus. Davon kündet schon der Titel des Albums „Suave Bruta“ („Sanft brutal“), das 2024 herauskam.
Geboren in der Bretagne als Tochter einer französischen Schneiderin und eines kolumbianischen Stadtplaners, studierte Diaz zunächst klassisches Klavier. Die Ferien in Medellín waren erfüllt von traditioneller Musik. Vor allem die Großmutter (verewigt im Lied „Nenita“) brachte Ëda mit Bambuco und Bolero, Cumbia und Vallenato in Berührung.
Winzer Krems | Konzertabend 5: 26.07.202 , 17 - 21 Uhr
Konzert 1: Värttinä Im Anschluss: Konzert 2: Fanfare Ciocărlia
Der Abschlussabend des Festivals steht im Zeichen von Wundern. Eines ereignete sich im Jahr 1983: Da gründeten die Schwestern Mari und Sari Kaasinen mit weiteren Teenagern im kleinen Ort Rääkylä eine Band. Nicht irgendeine. Eine, die das besondere Erbe ihrer Heimatregion Karelien bewahren wollte, deren Lieder und damit Kultur und Geschichte. Ein, zwei Dutzend junge Leute sangen und spielten zwanglos miteinander. 1991 erschien das erste Album „Oi Dai“ und sorgte für eine Sensation. In Finnland wurden Värttinä – der Name bedeutet „Spindel“ – buchstäblich zu Popstars, mitsamt Hits in den Charts.
Der Rest ist, wie man sagt, Musikgeschichte. Tourneen in den USA und Europa; Musik zum Musical „Lord of the Rings“; eine Opern und Ballett-Inszenierung der finnischen Nationaldichtung Kalevala. Traditioneller Musik treu zu bleiben und sie zugleich in die Gegenwart zu bringen, das war und ist Värttinäs Anliegen – Sängerin Karoliina Kantelinen ist nicht von ungefähr renommierte Musikethnologin. Nach mehrjähriger Pause veröffentlichte die Band 2025 das Album „Kyly“ – und eroberte prompt wieder Platz 1 verschiedener World Music Charts. Das Publikum liebt Värttinä wie eh und je: als warmherzige und mitreißende Band, wie bei ihrem ersten Auftritt bei Glatt&Verkehrt vor 26 Jahren.
Eine schier endlose – und elend holprige – Straße zieht sich zwischen den Hügeln im Nordosten Rumäniens, nahe der Grenze zu Moldawien. Dort, wo die Straße nicht weitergeht, liegt das Dorf Zece Prâjini. Diesen Weg fuhr vor 30 Jahren der Musikliebhaber und Tontechniker Henry Ernst. Mit Blasmusik verband er nicht viel: trostlose Sonntage in der DDR-Kleinstadt, in der er aufgewachsen war. Doch dort, im hintersten Winkel, hatte man ihm auf einer Reise durch Rumänien gesagt, gäbe es diese ganz besondere Kapelle ...
Auch hier ist der Rest Musikgeschichte.
Aussender / Informationen und Eintrittskarten bei
Ticketbüro der NÖ Festival & Kino GmbH in der Landesgalerie Niederösterreich, Museumsplatz 3500 Krems, Tel 02732/90 80-33, tickets@noe-tickets.at , www.glattundverkehrt.at