Martha Jarolim / Helge Stiegler
Prevenhuberhaus, Marktplatz 6, 3335 Weyer, www.prevenhuberhaus.at
Eintritt: AK 18 Euro
Christine Lavant sagt in einem Fernsehinterview 1968: „Na, dann hab`ich halt geschrieben, geschrieben, geschrieben, buchstäblich bei Tag und Nacht, und da hab`ich natürlich Hunderte von Gedichten verbrannt, weil das kann ich, ich bin eine gute Verliererin. Schließlich hat sich scheinbar doch meine eigene Art irgendwie durchgesetzt - und eben nicht mehr rilkisch (so wie Rilke). Und das war dann Die Bettlerschale.
Christine Lavant, das Pseudonym wählte sie nach dem Fluss ihrer Heimat, wurde 1915 als neuntes Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren. Den Lebensunterhalt bestritt sie durch die mühsamen Arbeit des Handstrickens, vorwiegend bei Nacht.
„Die Lavant dichtet, wie andere Leute atmen. Da werden Baum, Mond, Kälte, Nacht, Haus, Stuhl, Fenster, Wolke und überhaupt alles Sichtbare zu besonderen Wesen, mit Sprache und Atem begabt, wie Fabelwesen einer fremden Wirklichkeit. Aus dem Geiste der Musik, nicht des Intellekts, leben diese Gebilde zwischen Erregung und Erweckung, zwischen Lied und Ausdruckstanz. Leidprüft, leiddurchsengt singt die Dichterin ihr dunkles Lied der Schmerzen.“ Ida Weiss, Volkszeitung Klagenfurt 1961
Mit dem Gedichtband Die Bettlerschale erreichte sie einen ersten Bekanntheitsgrad, wurde dafür mit dem Staatspreis für Lyrik ausgezeichnet. Zahlreiche Gedichte daraus erschienen in Anthologien und Zeitschriften.
Martha Jarolim liest eine Auswahl von Gedichten aus Die Bettlerschale, weiters je einen Brief von Christine Lavant an ihren Geliebten Werner Berg und einen von Berg an die Geliebte.
Die Ziffern aus Lavants Geburts- und Sterbedaten ergeben eine Tonleiter. Helge Stiegler wählt die d-Moll Tonleiter, und komponiert die gesamte Musik aus diesem Tonmaterial.
Aussenderin: Sylvia Anna Schulz, Presseinformation Prevenhuberhaus, dr.sylvia.schulz@icloud.com