Der Sommer in Niederösterreich ist digital. Denn seit Niederösterreichs erstes Medienkunstfestival vor eineinhalb Wochen in Tullns Haus der Digitalisierung eingezogen ist, locken dort riesige Erdbeeren, die von der Decke hängen, fragen kleine und ein großes Monster nach der „Toyness“ in der Spielzeugindustrie, pfeifen zwölf Engelsköpfe, die sich an einer Wand aufgereiht haben, einen leisen Choral und eröffnen immersive Klang- und Raumwelten, die über den monumentalen, 311 Quadratmeter großen LED-Schirm flimmern, neue Dimensionen.
Niederösterreichs Kulturabteilung hat die jüngsten Medienkunstpreisträgerinnen und Medienkunstpreisträger des Bundeslandes – die in Gumpoldskirchen aufgewachsene Fanni Futterknecht, den in Hollabrunn geborenen Volkmar Klien und den in Klosterneuburg geborenen Marian Essl alias MONOCOLOR – in ihrem ersten DGTL SUMMER versammelt. Gezeigt werden bis übermorgen Donnerstag, 30. Juli, nicht nur deren jüngste und zum Teil eigens für den „Showroom“ im Haus der Digitalisierung kreierten Werke. Es werden auch aktuelle Fragen und künstlerische Antworten aus dem weiten Feld der Medienkunst gestellt und beantwortet.
Marian Essl alias MONOCOLOR, Anerkennungspreisträger der NÖ Kulturpreise 2025, meint: „Für mich ist Medienkunst weniger eine Kategorie als eine Möglichkeit, mit zeitgenössischen Werkzeugen an zeitgenössischen Fragestellungen zu arbeiten.“
Die Anerkennungspreisträgerin der NÖ Kulturpreise 2025, Fanni Futterknecht, sagt: „Was mich interessiert, ist das Übersetzen von einem Medium ins andere – ihr Verhältnis zueinander ebenso wie das Spannungsfeld zwischen Analogem und Digitalem.“
Und Volkmar Klien, Würdigungspreisträger der NÖ Kulturpreise 2025, erklärt: „Der Begriff ‚Medienkunst‘ fühlt sich in einer Welt, die von Medien dominiert wird, etwas überholt an. Fest jede Kunst ist mittlerweile auch medial. Was mich umtreibt, ist auch ein Nachdenken darüber, was Medien mit uns machen.“
Zur Finissage am 30. Juli bittet Kuratorin Lisa Ortner-Kreil gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern zum finalen Rundgang durch den DGTL SUMMER, bevor Fanni Futterknecht und Volkmar Klien im Rahmen eines Artist Talk mit Lisa Ortner-Kreil und Felix Stalder über Medien in der Kunst, Kunst in den Medien und die „Kultur der Digitalität“ sprechen. Der Schweizer Medien- und Kulturwissenschaftler Felix Stalder hat schon vor zehn Jahren über diese „Kultur der Digitalität“ geschrieben. Der gebürtige Baseler ist Professor für Digitale Kultur an der Hochschule der Künste in Zürich, publiziert und forscht neben der Digitalität auch zum Urheberrecht, zur Privatsphäre und zur Kontrollgesellschaft und organisierte internationale und interdisziplinäre Konferenzen von den „Open Cultures“ bis zum „World Information Day“. Er lebt und arbeitet in Wien und in Zürich.
Die Ausstellung im Rahmen des zweiwöchigen DGTL SUMMER ist - inklusive Kinder-Workshop, Kuratorinnen-Führung und Artist Talk - noch bis Donnerstag im Haus der Digitalisierung jeweils von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Alle Infos: www.virtuelleshaus.at