Auch heuer bieten wir ein großartiges Aufgebot an Künstlerinnen und Künstlern. Nicht zuletzt deshalb werden alle ihre ganz eigenen Beiträge entwickeln. Es gibt keine thematischen Vorgaben unsererseits. Ein weiterer Anlass dafür ist aber auch die gegenwärtige weltpolitische Situation. Wir erfahren Vereinzelung, ja sprachlose Betroffenheit, wie während des Corona-Lockdowns, nur: es ist viel schlimmer.
So verfolgen wir den Prozess der Umwandlung der USA von einer Demokratie zu einer Autokratie. Und dieser Umstand dominiert sehr viele gedankliche Perspektiven unseres täglichen Lebens und wohl auch unserer Träume.
In meinem heurigen recreate-Programm UND DANEBEN WIR beschreibe ich meinen Umgang mit der politischen Gegenwart im Großen, der in einem starken Gegensatz zum gegenwärtigen Leben mit persönlich bekannten Menschen steht.
Was können wir tun, im Kleinsten, während wir als Zeugen der großen Wende nur zusehen können?
Wir wollen auch im Veranstaltungsjahr 2026, inmitten der gefährlichen Welt-Situation, eine mutige und hoffnungsvolle Stimme sein.
Johannes Wohlgenannt, Intendant
PROGRAMM recreate 2026:
Eröffnungsabend: DO, 13. Aug. 2026, 18.30 Uhr, Rathaussaal Weitra
Eröffnung von recreate 2026 – UND DANEBEN WIR
Geleitworte von Bürgermeister Patrick Layr und
einer Vertretung von LH Johanna Mikl-Leitner
Gedanken zu unserem Jahresthema UND DANEBEN WIR – Maria Thanhofer
Maria Thanhofer stellt Gedanken zu den Intentionen unserer Kulturinitiative Recreate Sankt Margareta mit Blick auf das Jahresthema UND DANEBEN WIR vor. Während all den ungeahnten Geschehnissen im Großen der Welt, die wir nicht beeinflussen können, denen wir nur zuschauen können, bilden sich Räume der Entwicklung. Räume zu verstehen. Räume Neues zu sehen. Mit Beispielen aus Literatur und aktuellen Nachrichten wird Maria Thanhofer zu den Worten UND DANEBEN WIR unsere hoffnungsvolle Botschaft vorstellen.
Flöten und Live Electronics – Sophie Katharina Schollum
Konzert: DO, 13. Aug. 2026, 20.00 Uhr, Rathaussaal Weitra
Mister Montelli | Mit Damenunterrock
Sophie Katharina Schollum – Flöten, Stimme, Komposition
Anna Magdalena Siakala – Bratsche, Stimme, Arrangements
Theresa Dinkhauser – Klarinetten, Stimme
Mit Damenunterrock
„… und vorwärts, rückwärts, seitwärts, stopp!“ (Aus einem Kinderreim)
Drei Musikerinnen, drei Instrumente, drei Stimmen – das ist Mister Montelli.
In ihrem neuen Programm begeben sich die drei Frauen auf die Suche nach der Weisheit der Figuren aus Kinder- und Jugendbüchern, um Lösungsvorschläge für aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse denk- und fühlbar zu machen und ihr Publikum zurück in ihre eigenen Fantasiewelten zu führen.
Träumen Sie sich mit den drei Damen an einen Ort, an dem Wunder geschehen und Abenteuer warten. An dem aus den Szenen eigene, individuelle Geschichten und neue Ideen entstehen. An dem Diversität und Gleichberechtigung systemimmanent sind und sich alle selbstverständlich kreativ und konstruktiv einbringen.
So wird Veränderung möglich. Und Träume werden Wirklichkeit.
„Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“ (Aus Michael Endes Momo)
Konzert: FR, 14. Aug. 2026, 18.00 Uhr, Rathaussaal Weitra
Florian Kmet | Im Träumen
„Im Träumen“ ist ein fünfteiliger musikalisch-poetischer Zyklus für Stimme, Gitarre, präparierte Instrumente und Live-Elektronik.
Ausgangspunkt sind Texte österreichischer Autorinnen aus drei Generationen – von Ingeborg Bachmann (zu ihrem 100. Geburtstag), Ilse Helbich und drei zeitgenössischen Dichterinnen der jüngeren Generation. Diese Stimmen verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft weiblicher literarischer Ausdrucksformen.
Gemeinsam mit neuen Stücken der 2026 erschienenen LP „In your face“ verwebt sich das Programm zu sound-poetischen Räumen.
Konzert: FR, 14. Aug. 2026, 20.00 Uhr, Rathaussaal Weitra
Mercedes Echerer & Maria Radutu | Gabriel / Gabrielle
George Sands Geschichte über Identität und Selbstbestimmung.
Poetisch. Rebellisch. Zeitlos.
Ein Dialog zwischen Mercedes Echerer und Maria Radutu
Aus purem Machtkalkül, um das Familienerbe nicht an den verhassten Großneffen Astolphe zu verlieren, wird eine junge Frau in der grotesken Inszenierung ihres Großvaters zum Mann erzogen. GABRIEL wächst in diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Täuschung auf, zwischen dem eigenen Ich und fremden Erwartungen. Als Gabriel/le die Liebe entdeckt, beginnt ein Doppelleben und die Verteidigung des Rechts auf Selbstbestimmung: Meine Seele hat kein Geschlecht!
Wer hat das Recht, oder nimmt sich die Macht, zu bestimmen, wie wir leben? Was passiert, wenn gesellschaftliche Rollenbilder dem eigenen Wesen widersprechen? Wie viel Mut braucht es, die eigene Identität zu leben?
In ihrem Dialogroman stellt George Sand visionäre Fragen, die uns direkt in unsere Gegenwart steuern. Inspiriert von den eigenen Erfahrungen trägt Sands Geschichte über Identität und Selbstbestimmung autobiographische Züge, durchforscht die Geschlechterrollen und kritisiert die gesellschaftlichen Zwänge der Epoche.
Schauspielerin Mercedes Echerer und Pianistin Maria Radutu verweben diesen Stoff zu einem Dialog zwischen Literatur und Musik, zwischen Zeiten und Welten. Radutus ausgewählte Musik bildet mit KomponistInnen wie Schumann, Hensel, Ustvolskaya, Chopin oder Glass den Resonanzraum zu Echerers Stimme, die dieses tragische Abenteuer aus der Romantik in unsere Zeit holt.
Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil (1804–1876) wurde bekannt unter dem Pseudonym George Sand. Obwohl selbst streng erzogen, verbrachte die kluge Rebellin ihrer Zeit sechs Monate im Jahr fernab von ihrem Ehemann und ihren Kindern schreibend in Paris, trug Männerkleidung und verbrachte Zigarren rauchend viele Abende in literarischen Zirkeln. Sand trennte sich später von ihrem Mann, in einer Zeit, in der es noch keine rechtlichen Möglichkeiten einer Scheidung gab, und hatte Liebschaften mit Männern wie Frauen.
GABRIEL wurde 2021 erstmals ins Deutsche übersetzt.
Konzert: SA, 15. Aug. 2026, 20.00 Uhr, Rathaussaal Weitra
Hanna Bachmann | Klavier Rezital
Freuen Sie sich auf Ludwig van Beethovens Sonate op. 109, auf „Australian Forest Pieces“ von Roy Agnew und „Das Jahr“ von Fanny Hensel!
Eine rege Konzerttätigkeit führt die, von Kirill Petrenko als ‚gereifte Persönlichkeit am Klavier‘ bezeichnete, 1993 geborene Musikerin Hanna Bachmann in zahlreiche Länder Europas. Besonders hervorzuheben sind dabei ihre Auftritte im Wiener Musikverein, in der Berliner Philharmonie, im Beethovenhaus Bonn, beim Beethovenfest, beim Kultursommer Semmering und beim Bodenseefestival. Die Stipendiatin des Vorarlberger Richard-Wagner-Verbands gab 2018 zudem ihr Mexiko-Debüt, in dessen Rahmen sie mit dem Orquesta Sinfónica de San Luis Potosí auftrat und einen Meisterkurs an der renommierten UNAM abhielt. 2019 folgten die Wiedereinladung nach Mexiko als Solistin für Clara Schumanns Klavierkonzert, eine Tournee in die USA und nach Kanada und ihr Israel-Debüt sowie 2023 eine Konzertreise nach Saudi-Arabien.
Neben ihren Soloaktivitäten widmet sich Hanna Bachmann intensiv der Kammermusik und der Liedgestaltung. So ist sie begeistertes Mitglied des Schwarzenberg Trios und Preisträgerin des renommierten Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst Stuttgart 2024.
Liederabend: SO, 16. Aug. 2026, 17.00 Uhr, Rathaussaal Weitra
Megan Kahts & Florian Krumpöck | Frauenliebe und Leben
Megan Kahts, Mezzosopran | Florian Krumpöck, Klavier
Robert Schumann: Frauenliebe und Leben op. 42
Clara Schumann: 6 Lieder op. 13
Johannes Brahms: 9 ausgewählte Lieder
Mit der südafrikanischen Mezzosopranistin Megan Kahts betritt einer der gefeiertsten aufgehenden Sterne am internationalen Opernhimmel erstmals die Bühne im Greith-Haus. Bereits im zarten Alter von 11 Jahren tourte sie als Kindersopran mit unzähligen Konzerten sowie TV-Auftritten quer durch ihr Heimatland und konnte ihren ersten Plattenvertrag unterschreiben. Die zuletzt steile Konzert- und Opernkarriere der Wahl-Wienerin mit einer besonderen Spezialisierung auf den Liedgesang machte auch den großen Opernregisseur und ehemaligen Intendanten der Salzburger Festspiele Sven-Eric Bechtolf aufmerksam: Neben regelmäßigen Auftritten in Hauptrollen an der Cape-Town Opera wird sie nun in den kommenden Jahren als Octavian in Richard Strauss’ Rosenkavalier unter seiner Regie und unter der musikalischen Leitung von Florian Krumpöck auf einigen der größten Bühnen der Welt debütieren.
„Wie bist du meine Königin“ ist nicht nur der Titel eines der ergreifendsten Lieder von Johannes Brahms, sondern kann auch als Motto über dem gesamten Abend, der das Spannungsfeld der Liebe in den unterschiedlichsten Facetten beleuchtet, gelesen werden. Im Zentrum eines komplexen Liebes- und Verehrungs-Dreiecks steht neben den Vertonungen von Robert Schumann und Johannes Brahms die immer noch viel zu unterschätzte Clara Schumann. So lassen sich nicht nur weibliche Gefühle quasi aus Männerhand sowie die einsame Tragik der unerfüllten männlichen Sehnsucht erleben, sondern vielmehr auch die pure Magie der Liebe aus der Feder Clara Schumanns, die mit ihrem beachtenswerten Werk wahre Authentizität der weiblichen Leidenschaft bietet.
Am Klavier begleitet wird Megan Kahts von Florian Krumpöck, der vor kurzem sein neuestes Solo-Album in der Carnegie Hall in New York, aber auch in Wien, Berlin, Hamburg, München, Zürich, Paris, und Madrid präsentierte und zu einem der führenden Pianisten seiner Generation zählt. Als einst jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands leitet er aktuell das Orchestra Friuli Venezia Giulia und ist Intendant des Kultur.Sommer.Semmering. In den Jubiläumsjahren 2027 (Ludwig van Beethoven) und 2028 (Franz Schubert) erscheinen Gesamteinspielungen sämtlicher Klaviersonaten und Symphonien beider Komponisten sowie die Klavierkonzerte Beethovens, vom Konzertflügel aus dirigiert.
Ticketverkauf: Ticketverkauf über oeticket, www.recreate.at/tickets/
Aussender / Veranstalter Infos: Verein Recreate St. Margareta, ZVR 39 80 58 003, Kirchenplatz 41, 3920 Groß Gerungs, Johannes Wohlgenannt (Intendant), Tel 0664/873 70 65, office@recreate.at , www.recreate.at