Die Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten präsentiert von 10. September bis 11. Oktober 2026 Werke von Lukas Matuschek und Markus Reiter. Zur Eröffnung der Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin Vanessa Joan Müller.
Die Ausstellung „Leerstellen“ bringt zwei künstlerische Positionen zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Nichtgezeigten im Bild beschäftigen.
Lukas Matuschek arbeitet mit Screenshots von Instagram Stories: Stillleben, Fensterausblicke, die eigentlich nach 24 Stunden verschwinden sollen. Die Motive stammen aus demselben Bildreservoir, das die europäische Malerei seit Jahrhunderten beschäftigt, nur sind sie nicht für die Ewigkeit gemacht, sondern für einen Tag. Matuschek überführt die Schnappschüsse in ein mehrstufiges Übertragungsverfahren bei dem Leerstellen entstehen, an denen die Leinwand sichtbar bleibt.
Markus Reiter arbeitet mit bewusst ausgesparten Bildpartien wie fehlende Figuren, leer gelassene Flächen. Sie verweisen auf Platons Höhlengleichnis: Wie der Gefangene in der Höhle, der Schatten für Wirklichkeit hält, steht die Leere für den Zustand begrenzter Wahrnehmung und für die Möglichkeit, sich davon zu lösen. Verbunden ist damit das Prinzip des Palimpsests: das Abschaben, Übermalen, Reißen vorhandener Bildschichten wird Sinnbild für Transformation und Neubeginn.
Bei beiden Künstlern bleibt an der Stelle des Ausgesparten etwas offen, doch die Leerstelle bedeutet Verschiedenes. Bei Reiter ist sie eine bewusste Entscheidung und eine Einladung, sich auf eine Auseinandersetzung mit persönlicher Identität und menschlicher Entwicklung einzulassen, um einen Raum für eigene Interpretationen und Erfahrungen zu eröffnen. Bei Matuschek ist die Leerstelle eine strukturelle Notwendigkeit des Übertragungsprozesses. Dahinter steht die Aufforderung, die eigene Bildwahrnehmung im digitalen Alltag zu befragen: Wie unzählige Bilder vorbeiziehen und was es bedeutet, einem einzelnen davon Dauer, Gewicht und Materialität zu verleihen. Was beide verbindet ist die Weigerung, das Fehlende zu kaschieren. Es wird als eigenständiges Bildereignis stehen gelassen.
Lukas Matuschek (*1988 in St. Pölten) lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Transmediale Kunst bei Brigitte Kowanz sowie Skulptur bei Hans Schabus an der Universität für angewandte Kunst Wien. https://lukasmatuschek.cargo.site/
Markus Reiter (*1971 in Wien) lebt und arbeitet in Klosterneuburg-Kierling. Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Markus Prachensky. https://markusreiterdepicturavacui.jimdofree.com/
Vernissage: Mittwoch, 9. September 2026, 18.30 Uhr
Begrüßung: Bettina Anzeletti, Abteilung Kunst und Kultur
Einführung: Vanessa Joan Müller, Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin
Eröffnung: Abgeordneter zum NÖ Landtag Christoph Kaufmann in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
Winzer: Weingut Karner. Im Anschluss laden wir zu Imbiss und Weinverkostung.
Ort: Ausstellungsbrücke, Regierungsviertel, Landhausplatz 1, Zugang Haus 1a, 3. OG, Lift, 3109, St. Pölten
Öffnungszeiten: Täglich 8 – 18 Uhr (Sa., So. u. Feiertag beim Portier läuten)
Ausstellungsdauer: 10. September bis 11. Oktober 2026
Aussender / weitere Informationen: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur, Tel 02742/9005-12992 oder via mail an ausstellungsbruecke@noel.gv.at , Bettina Anzeletti